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Überführung der NAMUR Projektgruppe 5 „Ex-Dienst“ in eine unabhängige Trägergemeinschaft


Das Thema Explosionsschutz als ein in sich geschlossenes, naturwissenschaftlich fundiertes Sicherheitskonzept aus Anforderungen an die Beschaffenheit von Produkten und Betriebsvorschriften wird in mehreren Kreisen bearbeitet:
- den Herstellern explosionsgeschützter Geräte und Schutzsysteme
- den Betreibern explosionsgefährdeter Anlagen
- den Benannten Stellen nach EU-Richtlinie 94/9/EG
- den Berufsgenossenschaften (BG Chemie, Nahrung)
- den Überwachungsorganisationen nach Betriebssicherheitsverordnung
- den zuständigen staatlichen Stellen (Bund, Länder).
Die Pflege und Interpretation der Vorschriften, Normen und Verordnungen zum Explosionsschutz erzwingt die intensive Abstimmung der beteiligten Kreise, um die jeweiligen Perspektiven zusammenzuführen und die fachgerechte Anwendung der Anforderungen zu ermöglichen. Die Koordinierung der verschiedenen Regelerstellungen z.B. im Ausschuss für Betriebssicherheit, bei den Berufsgenossenschaften, des DIN, der DKE, CEN, CENELEC, ISO und IEC bildet das Potential dafür, das hohe Sicherheitsniveau des Explosionsschutzes in Deutschland zu erhalten, international zu verbreiten und mit hoher Wirtschaftlichkeit für die Betreiber explosionsgefährdeter Anlagen anzuwenden. Der intensive regelmäßige Erfahrungsaustausch im Lenkungsgremium des Ex-Dienstes vermeidet unnötige Kosten in den Organisationen und Unternehmen, die durch mangelnde Koordination entstehen können.
Insbesondere die Betreiber explosionsgefährdeter Anlagen haben ein Interesse an der Wirtschaftlichkeit der Explosionsschutzmaßnahmen und der damit verbundenen Regelerstellung. Daher hat sich die NAMUR im Jahre 2003 entschlossen, die Bildung des einzigartigen Netzknotens „Ex-Dienst – Netzwerk Explosionsschutz“ durch die Einrichtung der Projektgruppe 5 zu unterstützen. Innerhalb der vergangenen 4 Jahre ist es gelungen, das Bewusstsein über die Notwendigkeit enger Koordinierung unter den Organisationen zu bilden und die Arbeit der Gruppe zu verstetigen. Die nun erreichte Stabilität des Zusammenschlusses aller Kreise hat zu dem Entschluss geführt, eine eigenständige, nicht rechtsfähige Trägergemeinschaft zum 01. Oktober 2007 entstehen zu lassen. Der dafür notwendige Vertrag wurde auf der Basis einer Vereinbarung geschlossen, die den Aufgabenbereich, die Organe und die allgemeinen Arbeitsabläufe regelt. Träger sind durch ihre geleistete Unterschrift bis heute
- NAMUR
- ZVEI
- VDMA
- Die Berufsgenossenschaft Chemie (BG Chemie)
- Das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz (BGIA)
- Der TÜV Nord
- Die Bundesanstalt für Materialprüfung und –forschung (BAM)
- Die Physikalische Bundesanstalt (PTB).
Wesentliches Arbeitsergebnis der letzten Zeit ist die verbesserte Zusammenarbeit bei der Marktüberwachung von explosionsgeschützten Produkten, der Konkretisierung bei den regelmäßigen Prüfungen nach § 14 der Betriebssicherheitsverordnung und den Anforderungen an amtlich anerkannte Befähigte Personen. Ein wichtiges nächstes Thema wird die Diskussion um die Zertifizierung von Dienstleistungsunternehmen sein (z.B. Reparaturwerkstätten). Des Weiteren wird die Frage zu beantworten sein, ob und wie die nationalen Rechtsverordnungen für den internationalen Harmonisierungs¬prozess angeglichen werden können.
Diese Arbeiten werden in dem jetzt gegründeten
„Ex-Dienst – Netzwerk Explosionsschutz“
weitergeführt. Die Geschäftsstelle dieses Ex-Dienstes ist bei der PTB in Braunschweig angesiedelt.
Prof. Dr. Uwe Klausmeyer Physikalisch-Technische Bundesanstalt Bundesallee 100 38116 Braunschweig Tel.: +49 (0)531 / 592-3501 Fax: +49 (0)531 / 592-3505 www.ex-dienst.org |